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Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Der magische Moment, KRONE BUNT

Er ist immer da, doch unbemerkt. Versteckt in den Augen des Menschen, der es gerade gut mit mir meint, unbeachtet im Garten nebenan, der mich anlachen will, gar nicht zu reden von den Wolken, die am Himmel hin- und herziehen. Ich bin umgeben von der Erfahrung des Übersinnlichen, Magischen, Göttlichen, jede Sekunde. Es will mich erreichen. Der Zauber, die Magie, das Unerwartete hat kaum Gesetze, nur eines ganz sicher: ich kann es nicht erzwingen, dass der magische Moment kommt. Und wenn ich noch so darum kämpfe, irgendwann ist es Zeit, loszulassen und den magischen Moment kommen zu lassen. Wenn die Fussballer um ihre Bälle laufen, kämpfen, alles tun, den Sieg haben sie nicht in der Tasche Viel wird geredet von der Magie des Spiels. Gut spielen kann man lernen, die Magie des Augenblicks ist nicht erzwingbar. Das Spiel hat weltweit so viele Bewunderer, weil die Magie des Augenblicks süchtig machen kann. Manche sagen, der Ball rollt und dann ist es da, das Geheimnis, das jedes schöne Tor umgibt. Ja, es stimmt, der eine hat den guten Pass gemacht, aber warum stand der andere gerade so da, dass der Ball herrlich ins Kreuzeck ging? Analysen sagen, dass nicht die starken Spieler allein gewinnen, sondern das Team, die Gemeinschaft. Größte Leistungen sind eine gute Mischung von Einzelleistung und dem Team. Wenn es aber ein Rezept dafür gäbe,

Zur rechten Zeit kommt der magische Moment im Loslassen

wären alle Firmen weltweit erfolgreich. Zur rechten Zeit kommt der magische Moment im Loslassen. Die Sensiblen der Mannschaft sind die, die loslassen können, manchmal auch nur ganz kurz. Sie haben ihre Gefühle nicht in der Garderobe gelassen, sie spüren, wie der Ball laufen könnte. Sie haben alles getan in der Vorbereitung und jetzt lassen sie es laufen. Es läuft wie geschmiert – sagen wir. Es hat sich so gefügt. Ich habe es gespürt. Das „es“ passt nicht so sehr in die Sprache der Vernunft, mehr in die des Gefühls. Deshalb wird Afrika erfolgreich sein bei den Spielen, auch mit seinen hunderten Legiönären. Weil Afrika das Loslassen besser kann als alle anderen, geübt im Tanz, in der Musik, in der Hitze des Südens. In manchen  Sprachen des großen Kontinents Afrika gibt es gar kein Wort für „Zukunft“. Jetzt, heute lebe ich. Und jetzt bin ich offen für den magischen Moment. Es sind tiefe Glaubenserfahrungen, an die der Sport anknüpft. Schifliegen in der Luft und loslassen, Speerwerfen und loslassen, Fußball spielen und den Ball loslassen. Diejenigen werden am meisten ausgelacht, die nicht abgeben können. Die Macht abgeben, das können alle vom Fußball lernen. Denn die Kugel kann nur rollen, wenn sie abgegeben wird. Wie das Leben, jeden Tag. Und Tor.

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Schön ist so ein Ringelspiel! KRONE BUNT

Bald ist es wieder so weit, wenn der Flieder im Prater blüht und die Wienerinnen und Wiener Lust bekommen, einen Ausflug in den Wiener Prater zu machen. Eine Stelze beim Schweizerhaus Kolaric, dazu ein Seitl Budweiser Bier. Eine Fahrt mit dem Ringelspiel oder einer der modernen Attraktionen. Vor fast hundert Jahren, im Jahr 1911, ging das erste große Ringelspiel Wiens in Betrieb. Der Protestant Friedrich Carl Schaaf, der auf der Reise seiner Eltern von Deutschland nach Wien 1859 geboren wurde, errichtete 1911 das große Aeroplankarussell so hoch wie ein Zinshaus im damaligen Wien. Hermann Leopoldi, Komponist berühmter Wienerlieder, schrieb daraufhin das Lied: „Schön ist so ein Ringelspiel! Das is a Hetz und kost net viel. Damit auch der kleine Mann sich eine Freude leisten kann. Immer wieder fährt ma weg und draht si doch am selben Fleck. Man kann sagen, was man will, schön ist so ein Ringelspiel.“ (Text: Peter Herz) Kaiser Josef II. eröffnete am 7. April 1766 das kaiserliche Jagdgebiet für das Volk: der Wiener Prater war geboren. Und er wurde ein Ort der Unterhaltung mit Hutschen und Toboggan, Schaukelpferden und Karussell, etwas, das sich auch die Arbeiter leisten konnten. Als der Kaiser den Prater für das Volk freigegeben hat, beklagten sich die Adeligen

Wien verdankt seiner kulturellen „Melange“ sehr viel!

bei ihm: „Majestät, man ist ja nicht mehr unter sich.“ Darauf antwortete der Kaiser: „Wenn ich immer unter meinesgleichen sein wollte, müsste ich mich in die Kapuzinergruft legen.“ Weil der Wurstelprater an der Grenze zwischen der bürgerlichen Welt und der „halbseidenen“ bis heute angesiedelt ist, waren es viele evangelische Familien, die sich trotz Protestantenfeindlichkeit im Prater ansiedeln durften und hier ihr vielfältiges Gewerbe ausbauen konnten. Otto Letizky, genannt Scadelli, als Bauchredner mit der Maxi-Puppe, der „Rumpfmensch“ und international angesehener Schausteller Nicolai Kobelkoff, Ludwig Pretscher mit seiner Grottenbahn, Hermann Präuscher mit dem legendären Wachsfigurenkabinett, Gustav Münstedt, Wilhelmine Budinsky als Dame ohne Unterleib und viele andere sind im Gedächtnis des Evangelischen Wien verankert. Im Prater ist die berühmte „Wiener Melange“ zu finden: Familien aller Konfessionen und Kulturen. Hermann Leopoldi wurde als Hersch Kohn geboren und konnte im letzten Augenblick nach Amerika emigrieren. Das Riesenrad ist ohne Gabor Steiner, dem eigentlichen „Vater des Riesenrades“, nicht vorstellbar. Er musste 1938 als Jude Wien verlassen. Gemeinsam gingen die Praterkinder in die Evangelische Schule am Karlsplatz. Was wäre Wien ohne seine „religiöse Melange“?

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Pippi Langstrumpf hatte Recht. Aber dann darf man nicht bloggen. Denn zu selten macht es wie auch andere Dinge keinen Spass. Was war los? Mein PC war kaputt und ich war schon wieder einige Tage in Venedig. Dann kam Ostern mit der Familie, schön! Und nun? Birkenpollen?

Ich nehme mir vor, regelmäßiger …

Schau`n wir mal.

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Osterhase und Palmkätzchen, KRONE BUNT

Der Osterhase ist wohl der lustigste Genosse der Kirchenfeste, ist er doch berühmt dafür, die Ostereier mit seiner ganzen Familie anzumalen und sie dann auch zu bringen. Kinder lieben die Geschichten vom „Hasenfranz“ und anderen Kinderbüchern, die wunderbar die Geschichten vom Osterhasen erzählen. Wie das alles vor sich gehen soll mit dem Eiermalen ist zweitrangig, wichtig ist der Traum von einer anderen Welt, in der es nicht um Vernunft, sondern um alte Mythen geht. Ach, könnte es doch täglich ein Wunder geben! Berühmt geworden ist der Hase durch seine besonders hohe Bereitschaft, sich fortzupflanzen. Auch die Weidenkätzchen, heute am Palmsonntag als Palmbuschen in die Kirchen gebracht, sind Symbole der Fruchtbarkeit, blühen sie doch als erste nach dem kalten Winter in betörendem Gelb. Schon tausende Jahre vor dem Christentum konnten die weisen heilenden Frauen die Weide für die Behandlung von kranken Menschen einsetzen, hat sie doch den wertvollen Stoff in sich, der das Fieber senken und Entzündungen heilen kann, heute als Aspirin berühmt. Ich bin dankbar für. die alten „heidnischen“ Bräuche, denn sie können das Christentum ein wenig mehr Bescheidenheit lehren, die es dringend braucht. Das heißt nicht, dass die Botschaft von Sterben und Auferstehen des Gottessohnes zweitrangig wäre. Die alten Bräuche erinnern nur daran, dass neben der Kultur auch die Natur Platz haben muss, neben dem Heiligen auch das Verrückte, neben der Katastrophe auch das Gelächter. Jedes Jahr von Neuem beginnt für Christinnen und Christen weltweit am Palmsonntag die Karwoche – eine Zeit, über das Wichtige im Leben nachzudenken. Denn die Erzählung von Hosianna und Kreuzige ihn!, von Treue und Verrat, von Tod und Leben ist auch heute aktuell. So viele Erwartungen an ein Idol und dann die Enttäuschung und die zerstörerische Macht des Mobs! In jedem Theaterstück, in jedem Kinofilm werden wir damit ganz direkt konfrontiert. Wir zittern mit dem Helden oder der Heldin, wir hoffen, dass sie es schaffen, dem Tod zu entkommen. Dann enttäuschen uns die Helden. Manchmal sind sie korrupt und treulos, eben ganz normale Menschen. Die Todesbringer heißen heute Mafia, Krieg, Gewalt, Feindschaft, das Duell um die Ehre – nicht viel anders als schon immer. Die Sehnsucht nach dem „Übermenschen“ bleibt bis zum nächsten Krimi. Jesus Christus hat sich weder als Idol gesehen noch als Übermensch. Auch war er kein Osterhase und kein Palmkätzchen. Und schon gar nicht war er ein Masochist. Er verherrlichte das Leiden nicht. Aber was war er dann und was kann er für uns heute sein? Ein Lied singt: „Ich weiß, dass einer mit mir geht, der auch im Schweren zu mir steht, der mich zu allen Zeiten kann begleiten.“

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Eigentlich wollte ich zu Elfriede Hannerl gehen und ihrer Buchpräsentation, doch Amazon hat mich mit dem Buch von Elizabeth George „Wort für Wort“ und weiter siehe oben richtig beschenkt oder ich habe mich beschenkt. Wieso glauben wir oder glaubte ich lange, dass frau/man einfach schreiben kann oder nicht. Das ist so eine pastoale Überheblichkeit. Andere besuchen viele Seminare und studieren ein Leben lang die Schreibkunst, Pfarrers redet zu jedem erdenklichen Anlass aus dem Bauch und unterlegt seinen Bauch mit geeigneten Bibelworten.

Das Buch ist großartig. Elizabeth schreibt so einfach, eindringlich, stringent, dass es total überzeugt. Ich bin schon auf dem Sprung zu meinem ersten Roman.

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KRONE BUNT: „Impfschutz gegen das Böse“

Heute scheint alles aus den Fugen zu geraten, gesellschaftliche Institutionen kämpfen um ihre Ehre. Sowohl die Kirchen als auch die Staaten sind in ihrer eigenen Moral, die sie predigen, stark angeschlagen. Deshalb nimmt die Aggression zu und das Gefühl von Sicherheit ab. Sündenböcke werden gemacht und gesucht. Das Messer sitzt bei manchen in der Hosentasche, bereit, zuzustechen. Die Hetzer sind wieder attraktiv, da sich viele betrogen fühlen um ihr Erspartes, ihre Träume, ihre Sicherheit, ihren Glauben an das Gute. Ein sicherer Arbeitsplatz wie in den 1960er-Jahren ist heute eher selten geworden.

„Woher kommen die Rechtsradikalen?“ fragt Susanne. „Ich dachte, Europa hat doch schon genug schlechte Erfahrungen gemacht.“ „Das Böse“, sagt Ewald, „ist immer mächtiger als das Gute. Denn das Gute braucht ein Hirn, das Böse nicht. Das lebt aus dem Bauch heraus. Und es kann jeden Menschen infizieren. Der einzige Impfschutz gegen das Böse in der Welt ist Bildung, ein geschultes Gewissen und der Glaube an einen liebenden Gott, einen Gott, der keine Kinder frisst wie ein Monster und der vor allem keine Opfer mehr braucht. Wer das nicht verstanden hat, wird die Beute der Hetzer.“ Irmi erzählt von ihrer Erziehung. „Ich wurde immer geschlagen bei jedem geringsten Widerstand, entweder körperlich oder seelisch. Meine Eltern hatten keine Liebe im Herzen, nur Leistung war ihnen wichtig. Jetzt schlage ich mich selbst mit den Drogen.“ Und Arthur erwidert darauf: „Ich bin auch ein geschlagenes und missbrauchtes Kind. Jetzt schlage ich andere. Ich kann so schrecklich hassen, dass ich glaube, der Verstand geht mit mir durch.“

Zwei Menschen, die in der Seelsorge von ihren Erfahrungen berichten, zwei Menschen, die nach Hilfe suchen. In der seelsorgerlichen Begleitung können sie ein wenig Trost erfahren, den Trost, den sie als Kinder nie bekamen. Geschlagene und missbrauchte Kinder sind die Saat des Bösen von morgen. Der Hass gedeiht nicht auf der Liebe, sondern auf einer jahrzehntelang angelegten Saat der Brutalität. Eine sadistische Theologie ist der Steigbügelhalter für den Menschenhass: „Sei klein, krieche vor Gott im Staub, fühle dich ohnmächtig und hilflos, fühle dich als Frau minderwertig, lebe nicht deine Freude als Mann, freu` dich nicht über deine Sexualität! Spalte dich und spalte andere.“ Diese Theologie hat vergessen, dass der liebende Gottessohn in die Welt gesandt wurde, um die Menschen von ihrem Hass auf sich selbst und auf andere zu erlösen. Denn der Mensch ist erlösungsbedürftig, sein Herz schreit nach Liebe und Anerkennung, jedes. Wo das steht? In der Bibel.

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Das Foto ist von Johanna Zeuner.

Leider war ich nicht beim Abschied von unserer großen Johanna Dohnal. Dafür hat mir die unsägliche FPÖ-Kandidatin, deren Namen ich nicht einmal aussprechen will (vielleicht kann man sie so bannen oder schweigen machen) genug Sorgen gemacht. Vielleicht darf sie gar nicht antreten für das höchste Amt im Staat.

Gestern war ich bei der Volkstheater-Premiere von Liliom. Eine besondere Aufführung mit Roman Palfrader und Kati Strasser. Wie oft das Schweigen vielsagender sein kann als das Reden. Und danach die vielen jungen Menschen, SchauspielkollegInnen, ein buntes Volk. Die soziale Frage ist nicht tot, solange solche Stücke Menschen ansprechen können.

Und heute: Giulias Verschwinden im Cinema Paradiso. Viel zum Lachen und Nachdenken über das Älterwerden.

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