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Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Du auch? KRONE BUNT

Es gibt ein Unglück, von dem niemand weiß. In Diskussionen wird kaum darüber gesprochen, zum Small Talk eignet es sich auch nicht. Manchmal passiert es: Du auch? Zwei junge Frauen kommen beim Abholen ihrer Kinder vom Kindergarten ins Gespräch, während die Kleinen noch im Vorraum spielen. Sie haben beide ihre zweiten Kinder zu früh noch im Mutterleib verloren. Welch ein Schmerz. Und wohin damit gehen? Dabei trifft dieses Unglück jede vierte Frau. “Wir haben uns dieses Kind so sehr gewünscht! Wir wollten ihm die Welt zeigen und erklären – nun ist es tot, bevor es überhaupt richtig gelebt hat“, sagt Erika. Trauernde Eltern sprechen im Krankenhaus, in der Psychotherapie  oder in Selbsthilfegruppen über ihre Verluste und die Seelsorge ist oft willkommen. Denn die Trauer muss ausgelebt werden und Rituale sind hilfreich. Im Wiener Allgemeinen Krankenhaus gibt es einen einmaligen Ort. Nicht nur die Tatsache, dass alle drei großen monotheistischen Religionen dort nebeneinander Gebetsräume haben, ist ein Hoffnungszeichen. Ein anderes hat die Evangelische Seelsorge als Projekt begonnen und ist nun fertiggestellt. Zum  Ort der Erinnerung in der Evangelischen Kapelle im AKH  werden Mütter, Paare und Familien mit ihrer Trauer gehen können.

Was erinnert wird, ist nicht verloren

In dem Bilder der finnischen  Künstlerin Päivi Vähälä ist das zarte Leben zu spüren: Blüten, Knospen, Blätter. Sie sagt: „Mir ist bewusst geworden, dass ich das Bild für Kinder gemalt habe. Jede Blüte und jede Farbe erzählt vom Wert des Lebens in einem zerbrechlichen Wesen.“  Es wird jedoch kein Bild sein, das einfach da steht, sondern das weiterleben wird. Denn jede Mutter oder Vater kann für den Verlust seines Kindes eine wunderschöne farbige Perle aus Ton in ein Bild einfügen, sodass sich das Bild immer ändert. Für alle Besucherinnen und Besucher des Ortes der Erinnerung ist Zeit zum Nachdenken und Trauern und es wird sichtbar, dass sie nicht mit ihrem Schmerz alleine sind, sondern auch andere beteiligt sind an einem größeren Bild des Trostes. Mit jeder Perle aus Ton, jeder gelebten Trauer für einen Menschen, der im Mutterleib oder nach der Geburt gestorben ist, aus welchen Gründen auch immer, wird das Bild des Lebens entfaltet und verändert sich täglich. Unabhängig von Religion und Konfession steht der Ort der Erinnerung im Allgemeinen Krankenhaus ab nun allen offen, am 5. Oktober wird er um 17 Uhr feierlich eröffnet, nicht allein für die trauernden Eltern, sondern auch für die Hebammen und Mitarbeiter des Krankenhauses. Die Erinnerung ist für alles Leben auf dieser Erde notwendig  und sie verleiht dem größten Schmerz auch Würde, denn was erinnert wird, ist nicht verloren.

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Das Drama, KRONE BUNT

Wenn Angelika die Türe öffnet, sehe ich eine strahlende Frau in den besten Jahren. Der Abend beginnt heiter zu viert. Es werden Geschichten erzählt, von den schönen  und  auch den beschwerlichen Erlebnissen, Freund Anton kocht wunderbar. Wir genießen das Abendessen, doch irgendwann macht es „ plopp“. Es ist wahrscheinlich die Frage schuld, die alles auslöst. Sie heißt: „Und wie geht es Euch sonst?“ Manche klugen Leute antworten darauf: „Normal“. Das ist eine lustige Antwort, die keinerlei Emotionen hinter sich herzieht. Angelika ist anders. Sie liebt es, auf diese Frage den ganzen Kasten ihrer Enttäuschungen zu öffnen und dann kommt es hageldick. Am Ende hängt immer der Satz im Raum: „Mit Anton bin ich seit zwanzig Jahren nicht glücklich“ und niemand ist mehr in der Lage, diesen Satz herunterzuholen oder ihn einfach zu ignorieren. Die Stimmung kippt, Angelikas Gesicht wird wie eine Zitrone, das Strahlen hat der totalen Enttäuschung Platz gemacht. Ich frage mich dann, warum manche Menschen das Drama des Lebens immer als Tragödie entfalten. Denn in manchem Fall stehen wirklich zwei Wege offen und es ist eine Entscheidung des Herzens und auch des Verstandes, den einen oder den anderen zu wählen. Jeder  erkennt, dass die Enttäuschung gar nichts mit dem gewählten Partner zu tun hat. Denn sonst hätte sie ihn schon längst verlassen.

Der Humor macht den Menschen erst zum Menschen

Tiefe Verluste der Kindheit sprudeln  hoch und feiern Kirtag. In jedem Leben steht diese Wahl immer wieder offen. Das Leben ist ein Drama – lebe ich es als Komödie oder als Tragödie, lasse ich die Vergangenheit über die Gegenwart herrschen oder bin ich meine eigene Herrin im Haus?  Probleme haben es an sich, wie eine Trance in alle Bereich zu fließen und einem letzten Endes ungebändigt alles zu verderben: der andere ist nicht gut genug, nichts ist gut genug und niemand liebt einen. Wenn es erlaubt wird, ist die Vergangenheit im Stande, einen beliebig nach hinten ziehen. Der Vorteil der Komödie ist, dass sie den Humor als Problemlöser anbietet. Über das eigene Missgeschick zu lachen ist befreiend. In der Komödie wird ja nicht der Schrecken verleugnet, sondern nur gebändigt. Wahrscheinlich ist es lebensnotwendig, den Schrecken zu bändigen und auch Glauben hilft dabei. Der Humor hat so viele Botenstoffe des Glücks bereit und  macht den Menschen erst zum Menschen. In Diktaturen wurde und wird nicht gelacht. Auch die Kirche tat sich über Jahrhunderte schwer mit dem Lachen. Wir leben  in einer unendlichen Freiheit, über alles lachen zu dürfen – was für ein Wert. Heute schon gelacht?

 

 

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Die Herbstzeitlose, KRONE BUNT

Gibt es sie, die “Zeitlosengewächse“? Die Herbstzeitlose gehört zu ihnen, lateinisch: Colchicaceae. In lila Farbe steht sie auf den meisten Wiesen, schön anzusehen und zart.  Wer ihr Gift trinkt, wird wahrscheinlich auch bald in den Zustand der Zeitlosigkeit versetzt. Wahrhaft außerirdisch. Ich finde den Namen schön: Herbst – zeit – los. Da im Herbst in unseren Breiten der Wahnsinn wieder beginnt, kann doch die Herbstzeitlose an eine andere Welt erinnern. Sie kommt aus Westasien und dem Mittelmeer, dort, wo die Uhren noch gerne anders schlagen, und hat sich bei uns heimisch gemacht. Ja, die Uhren sollen anders schlagen. Denn wenn sie so wie im letzten Herbst schlagen, werden einige keine Luft mehr bekommen und das ist doch schade, schade um das kostbare Geschenk des Lebens. Das, was viele an Stress erleben, würde doch danach rufen, weniger statt mehr zu tun. Aber es ist gerade umgekehrt: je mehr Stress, desto mehr Energie, sich noch was aufzuladen. Der Herbst soll ein wenig zeitlos werden, das heißt, dass die Zeit nicht bestimmt, nicht Chefin wird, sondern die Zeitlosigkeit. Aber das ist wahrscheinlich ein frommer Wunsch, der nur mir

Der Augenblick gehört mir – mehr nicht

zusteht. Alle haben Termine, wer weniger hat, ist eine echte Herbstzeitlose. Ich werde das jetzt als Ehrentitel allen verkünden oder auf Facebook eine Fangemeinde der Herbstzeitlosen gründen. Sie sind  nichts wert, wenn Sie keine Termine haben? Das stimmt. Die beste Visitenkarte ist ein voller Terminkalender. In einer heißen „Herbst- Hölle“ warten alle mit ihren vollen Terminkalendern auf die anderen, die auch einen vollen haben. Und sie sehnen sich nach Zeit. Aber das ist ja die Hölle: keine Zeit zu haben. Armutschkerln sind die, die sagen: „Ja, ich habe Zeit.“ Ich kenne einige wenige, die immer Zeit haben. Solche Menschen sind die Hoffnungsträger einer neuen Welt. Der Dichter Andreas Gryphius wusste davon, dass die Zeit kein Eigentum ist und dichtete: „Mein sind die Jahre nicht, die mir die Zeit genommen, mein sind die Jahre nicht, die etwa möchten kommen, der Augenblick ist mein, und nehm‘ ich den in acht, so ist der mein, der Jahr und Ewigkeit gemacht.“ Was Gott dazu sagt? Der oder das oder die Zeitlose, das Ewige von Anbeginn bis in alle Ewigkeit? Es gibt keinen Fernsehkanal für Gott und auch kein Twitter. Gottes Botschaft liegt in der Liebe begründet. Wir sollen sie lieben, die Zeitlosen und Gestressten, die gnadenlos hetzenden Menschen, die sich die Erde untertan gemacht haben. Ja, wenn das so leicht wäre.

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Was uns zufällt,  KRONE BUNT

Freund Udo ruft aus Berlin an: „Du hast mir eine Nachricht im Mai geschickt. Sie war so schön. Ist das Zufall, dass ich deine Zeilen erst zu meinem Geburtstag im August im Computer finde?“ Ist das jetzt Zufall? Und was ist der Zufall? Ist es Zufall, dass meine Zeilen über den Äther gewandert und zu einer passenden Zeit bei dem Freund angekommen sind? Eine Frage, die die Menschen beschäftigt, seit sie sich Gedanken über das Leben machen. Es ist heute wieder modern geworden, über den Zufall nachzudenken. Dass nicht alles, was wir nicht verstehen, logisch erklärbar ist, wird eingeräumt. Dass nicht alles, was wir untersuchen, wie eine Maschine funktioniert, ist auch schon bekannt. Aber vielleicht ist es tröstlich, zu denken: das ist kein Zufall. Der Mann, den ich gestern kennen gelernt habe, das kann doch kein Zufall sein! Unter hunderten Menschen haben gerade wir zwei uns gesehen. Den Arbeitsplatz, den ich gerade bekommen habe: ist das Zufall, Glück, Schicksal, Fügung? Viele wüssten es gerne genauer, wie die geheimen Wege des Lebens funktionieren, weniger, wenn sie leiden als wenn sie etwas Schönes erleben. Und was ist dann mit dem freien Willen, wenn alles Zufall ist? Können wir gar nichts ganz alleine bewirken? Manche helfen sich mit dem Satz: Die Zeit ist noch nicht reif. Andere sagen: Der günstige Augenblick ist noch nicht herbeigekommen. Vielleicht ist Zufall das, was uns zufällt. Wie das Leben, ein Geschenk. Die Frage wäre es wert: was ist mir schon alles in meinem Leben zugefallen, zugelaufen, zufällig passiert?

Wer das Glas leer trinkt, auf den wartet Gott

Wenig bekannt ist, dass die großen Physiker des 20. Jahrhunderts herausgefunden haben, dass auch die exakte Wissenschaft den Zufall vorfindet. Es war eine gedankliche Revolution in den 1930er Jahren. Bei der Messung von Wellen und Teilchen sind Physiker darauf gekommen, dass keine sinnvolle Unterscheidung zwischen Teilchen und Wellen möglich ist, sondern sich Objekte je nach Beobachtung sozusagen zufällig als Welle oder als Teilchen verhalten. Werner Heisenberg und Erwin Schrödinger haben mit der Quantenphysik neue Maßstäbe gesetzt und dem Zufall die wissenschaftliche Ehre gegeben. Sie sind an die Grenzen ihrer Idee, die sie sich von der Welt gemacht haben, gestoßen. Gott sei Dank ist die Welt kein Auto, kein Motor, keine Maschine, sondern ein Geheimnis bis zuletzt. Ja, es gibt den Zufall. Der Physiker Anton Zeilinger sagte in seiner Eröffnungsrede der Festwochen in Gmunden vor kurzem: „Die Physik ist eben wie ein Glas: wer einen Schluck trinkt, wird zum Atheisten. Wer das Glas leer trinkt, auf den wartet Gott am Grund.“

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Nur kein Gleichklang! KRONE BUNT

Nina sehnt sich nach einem Mann für`s Leben. Wie er sein soll? Ja, eben ideal. Im Radio reden junge Menschen nachts über den Traumpartner, die Sehnsucht füllt ein ganzes Format, viele Formate, Illustrierte und Gespräche, Kaffeehäuser und Bierzelte. „Ich möchte, dass er zärtlich ist, mich versteht und auch meine Interessen teilt.“ Patrick sucht sie auch, in seinem Fall die Traumpartnerin. „Ich möchte, dass sie zärtlich ist, mich versteht und meine Interessen teilt.“ Wo in der ganzen Welt hat denn jemals eine Frau einen Mann verstanden und seine Interessen geteilt und umgekehrt? Sind nicht Mann und Frau einander die zwei unbekanntesten Planeten im All? Sind sie nicht auch diejenigen, die prinzipiell alles falsch verstehen, was der Partner sagt, weil sie in anderen Bahnen denken, in verschiedenen Welten leben? Die einen gebären Kinder und die anderen kämpfen bis zum Ende. Gibt es denn einen größeren Unterschied als den zwischen den Geschlechtern? Nicht umsonst wurde dem Menschen der alles überwindende Sexualtrieb von Gott geschenkt, nicht als Verführer, wie ihn die Mönche der Wüste vor 2000 Jahre empfanden, sondern als größtes Wunder, das Leben schenkt und die Einsamkeit überwinden hilft. Weil Mann und Frau die Sexualität aneinander bindet, zueinander zieht mit heißem Begehren, deshalb können sie auch das Fremde im Anderen ertragen und können akzeptieren, dass sie einander wenig verstehen. Das Drama des Lebens wird nicht im Gleichklang entfaltet, sondern in der Spannung zwischen Vertrautem und Fremden, zwischen

Harmonie im totalen Sinn bedeutet Tod, Auseinadersetzung aber Leben

Anziehung und Abgrenzung. Wer will, dass ein Paar immer mit einem Mund redet, in einem Sinne denkt, ist ein Despot oder Tyrann. „Wir waren immer gleicher Meinung“ – eine einzige Lüge. Deshalb ist die Beziehung zu einem anderen Menschen immer wie die zu einem Fremden. Sie macht Angst, sie führt an die Grenze des Erträglichen, sie ist alles andere als harmonisch. Denn Harmonie im totalen Sinn bedeutet Tod, Auseinandersetzung aber Leben. Was den jungen Menschen, die nach der großen Liebe suchen, zu raten wäre? Suche dich zu allererst selbst, lerne dich selbst kennen und sage zu dir selbst immer wieder: „Ich möchte, dass ich zu mir zärtlich bin, mich verstehe und meine Interessen teile.“ Die sich selbst wirklich lieben sind nämlich auch die Überzeugendsten. Das Besondere konnte Jesus von Nazareth: sich als Mann mit den Frauen an einen Tisch setzen, mit ihnen reden und sie soweit verstehen, dass er sie auch heilen konnte. Schön wäre es, von ihm zu lernen.

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Riech mich! KRONE BUNT

Als ich gestern die Weizenfelder sah, war ich glücklich. Die Wiesen werden geschnitten und ich rieche den Sommer – seit meiner Kindheit war es immer so. Der Sommer duftet, riecht so hundertfach, dass endlich die Nase Hochzeit feiern kann. In einer Wochenendausgabe einer Tageszeitung schrieben vier moderne Autoren über den Sommer, bei keinem duftete er. Dabei ist das Geruchsorgan das älteste, das erste und das letzte im Leben. Moorbadesse im Waldviertel duften ganz anders als das Meer, Schwimmteiche, wilde Flüsse und kalte Seen. Wie die Kartoffel duften, wenn sie abends an einem Lagerfeuer gebraten werden und die flirrende Hitze in der Stadt, wenn sie auf ein grünes Stück Park trifft? Das Obst duftet im Sommer wie eine Liebesgeschichte, erzählt von den Himbeeren und den Weichseln, von den Stachelbeeren und den Pfirsichen, gar nicht zu reden vom Essen, das der Sommer in uns zum höchsten Genuss entfaltet! Der Venezianer Giuseppe Cipriani erfand das wunderbare Getränk Bellini, aus reifen Weingartenpfirsichen und Prosecco zur

Die Natur will uns versöhnen und an das Paradies erinnern

Vollendung gebracht. Oma erfand den Obstkuchen, mit dem Obst der Saison immer ein Best-Schmecker. Jeder gute Sommer beginnt außerdem mit dem Früchteeis, das uns mit der Hitze versöhnt. Von den Blumen ist mir die Rose die liebste, denn nicht nur ihr Geruch ist herrlich und ihr Anblick hält den ganzen Sommer, sondern Rosenwasser, Rosenrahat, Rosenzucker und Rosenparfum sind unübertrefflich. Damit sich jetzt nicht der Phlox grämt, muss ich auch ihm die Note „sehr gut“ als Topliebling des Sommers geben. Eine Blüte abgezupft und an die Nase gehalten bleibt dann picken und die Kinder freuen sich. Bei seinem Duft bin ich im Sommer angekommen und will ihn nie mehr wieder verlassen. Auch wenn Menschen im Sommer großes Leid trifft, die Natur will uns versöhnen mit ihren Düften, die an das Paradies erinnern. Sie sagt: riech mich, erforsche mich, nimm Anteil an meiner Schönheit, du hast sie nur kurz, einen Sommer lang. Ich erinnere dich an die große Pracht und an die Vergänglichkeit. Im Hohelied der Liebe steht: „Ich bin gekommen, meine Schwester, liebe Braut, in meinen Garten. Ich habe meine Myrrhe samt meinen Gewürzen gepflückt; ich habe meine Wabe samt meinem Honig gegessen; ich habe meinen Wein samt meiner Milch getrunken. Esst, meine Freunde, und trinkt und werdet trunken vor Liebe.“ Der Garten und seine Früchte, ein altes Bild der Liebe für den Menschen. Ach, wie ist die Welt doch von großer Weisheit erfüllt.

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Das Kleinformat

Herzig ist es, wie die sich großformatig Dünkenden alles Kleinformatige anprangern. Die Überheblichkeit sollte jedoch bei der Einsicht enden, dass der Mensch an sich kleinformatig konzipiert ist. Die „Kirche-Kinder-Küche“-Formel ist mühelos auf die anzuwenden, die mit den Basics nichts zu tun haben wollen. Hochfliegende Ideen werden zum kleinformatigen Machtkampf, wo auch immer. Die Großformater werden plötzlich ganz klein, wenn es darum geht, auch Frauen zu fördern, ihren eigenen Frauen und Kindern auf gleicher Ebene zu begegnen. Da passt in den großen Lebensentwurf dann ein vielfaches an Kleinformaten hinein. Dass der Mensch kleinformatig konzipiert ist, hat ja was Nettes. Im Grunde sind ihm komplexe Aufgaben fremd. So schaut dann auch die Welt aus. Schon Erdölplattformen bauen – aber danach? Vor 40 Jahren wollte mir ein Atomphysiker einreden, dass dann der Atomabfall mit Zelten geschützt werden könnte. Hat mich nicht überzeugt.

Also lassen wir die Kirche im Dorf und gönnen wir den Leuten das kleine Format. Grösser kann es ja immer noch werden, aber dann bitte ordentlich.

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